Ankern im Kopf des Anderen - Wie Networking wirklich funktioniert
14.11.2007
Networking, das funktioniert - jetzt sofort
von Dr. Andreas Lutz
Egal ob angestellt oder selbständig, wir sind alle Unternehmer. Letztlich ist jeder von uns selbst dafür verantwortlich, beruflich Erfolg zu erzielen und die eigenen Lebensträume zu verwirklichen. Auf die Absicherung durch Arbeitgeber oder Staat können wir uns dabei nicht mehr verlassen. Doch ganz ohne Unterstützung geht es nicht: Deshalb erlebt das Networking eine Wiedergeburt. Ein Netz aus Beziehungen bietet die Sicherheit, die an anderen Stellen verloren gegangen ist.
Noch vor wenigen Jahren konnte man Networking als Luxus betrachten, um schneller und eleganter die Karriereleiter emporzusteigen. Nun müssen viele im Berufsleben erkennen, dass andere, die über die besseren Kontakte verfügen, nicht nur an ihnen vorbeiziehen, sondern ihnen sogar den Job streitig machen - und das obwohl sie fachlich viel
weniger „können" als sie selbst.
Networking wird zur Überlebenstechnik, denn der Wettbewerb im Berufsleben ist härter geworden. Plötzlich müssen wir uns und unsere Leistungen verkaufen - gegenüber Kunden ebenso wie innerhalb unseres Unternehmens, bei der Jobsuche ebenso wie als frisch gebackener Selbständiger. Aber zugleich wollen wir uns nicht verbiegen oder verstellen. Jeder will erfolgreich sein, so wie er ist. Deshalb sind neue Formen des Networking nötig, die schneller und unkomplizierter funktionieren und besser in die heutige Zeit passen. Etablierten Verbänden und elitären Clubs stehen heute viele kritisch gegenüber. Angesichts zunehmender Berufsbelastung fehlen den meisten die Zeit und Energie, sich in starre Vereinsstrukturen einzufügen und langwierige Einstiegsphasen in Kauf zu nehmen.
Die Antwort: Ein neues, menschlicheres Networking, bei dem es nicht allein um geschäftliche Beziehungen geht und das trotzdem zum beruflichen Erfolg beiträgt. Methoden, die es selbst introvertierten Menschen ermöglichen, sich das Instrument des Networking zunutze zu machen. Und neue Formen des Networking, welche die Teilnehmer sehr viel zielgerichteter als bisher miteinander in Kontakt bringen. Die Zeiten, als sich der Einzelne ausschließlich in einem festen Netzwerk organisierte, zum Beispiel einem Branchenverband, sind vorbei. Es ist einfacher und unkomplizierter geworden, neue Menschen kennen zu lernen. Erfolg hat dabei, wer sein eigenes Profil entwickelt und mehr er selbst ist, nicht weniger.
Sie können das auch! – Networking-Tipps von Andreas Lutz
Auch Sie können erfolgreich netzwerken. Sie müssen nicht einmal besonders extrovertiert sein und Ihre Abende künftig nicht auf Stehempfängen verbringen. Im „Praxisbuch Networking“ stellt Andreas Lutz eine Art von Networking vor, bei dem derjenige Erfolg hat, der sein eigenes Profil entwickelt und mehr er selbst ist, nicht weniger.
Hier einige wichtige Tipps dazu:
Darauf sollten Sie beim Netzwerken achten!
• Ihre Einstellung beeinflusst den Gesprächsverlauf: Überlegen Sie sich vor einem Gespräch zwei Gründe, warum Sie Ihren Gesprächspartner sympathisch finden. Sie werden dann offener auf ihn zugehen – und er wird entsprechend reagieren.
• Wie zufrieden Sie selbst sind, strahlt nach außen:
Was geht Ihnen in Networking-Situationen durch den Kopf und lässt Sie unsicher werden? Versuchen Sie negative Gedanken positiv umzudeuten. Zum Beispiel: Sie stören nicht, sondern bieten Ihre Hilfe an.
• Schaffen Sie sich Freiräume für Networking:
Networking ist wichtig – aber es ist nicht dringend, deshalb wird es häufig zugunsten anderer, weniger wichtiger, aber dringlicher erscheinender Dinge aufgeschoben. Sie müssen also bewusst Zeit für Ihr Networking einplanen. Der einfachste Start: das Mittagessen zum Networking-Termin machen.
• Gehen Sie in Vorleistung:
Networking besteht wie gesagt aus Geben und Nehmen. Beginnen Sie mit dem Geben! Überlegen Sie sich, wie Sie anderen eine Freude machen oder einen Gefallen tun können – ohne gleich eine konkrete Gegenleistung zu erwarten.
• Seien Sie freigebig mit Dank und Lob!
Auch wenn es um vermeintlich Selbstverständliches geht – gerade wenn man es nicht erwartet, freut einen Dank oder Lob ganz besonders. Lob setzt ungeahnte Energien und Kräfte frei und kann zu wahren Höchstleistungen motivieren.
• Bitten Sie Netzwerkpartner um Unterstützung:
Niemand kann Gedanken lesen, aber jedem macht es Freude, einen Rat geben zu können. Die meisten Menschen helfen gerne. Sie müssen ihnen nur die Gelegenheit dazu geben.
• Nein sagen lernen:
Nicht jeder Netzwerker hält sich an die Regeln: Es gibt „Vampire“, die viel nehmen und wenig geben, also andere regelrecht aussaugen. Und es gibt Netzwerker, die sich selbst ausbeuten, weil sie niemandem etwas abschlagen können. Ziehen Sie klare Grenzen.
Unser Experte
Dr. Andreas Lutz, Ausbildung als Fachjournalist, Studium der Betriebswirtschaftslehre an den Universitäten München und Cambridge. Er ist Experte für Existenzgründungsförderung und Initiator der Website www.ueberbrueckungsgeld.de. Sein Erfolg beruht maßgeblich auf der Einsicht, dass jeder Networking auf seine ganz individuelle Art für den eigenen beruflichen Erfolg nutzen kann. Lutz ist Gründer eines Netzwerks für Selbständige mit mehreren tausend Mitgliedern.
Unser Termin-Tipp Treffen Sie Andreas Lutz beim traditionellen GiT-Erfahrungsaustausch-Treffen am 16.11.2007 in Düsseldorf. Erfahren Sie live wie Sie sich richtig vernetzen, wo Sie Ihre Multiplikatoren finden, welche Netzwerke zielführend sind und warum.
Mehr zum Termin hier http://www.gruendenimteam.de/calendar_external.php?id=1220
Und weiter geht's Ein Mann - Eine Frau
Nächste Woche befragen wir Pia Bohlen-Mayen zum Thema: Sind Frauen die besseren Netzwerkerinnen?
Autor(in): Andreas Lutz, Anke Patt
